Der Bürokratieabbau muss in den Werken ankommen.
Das zweite Entlastungskabinett der Bundesregierung ist ein richtiges Signal. Weniger Berichtspflichten, schnellere Verfahren und eine leistungsfähige digitale Verwaltung sind für die deutsche Wirtschaft dringend notwendig.
Aus Sicht der Kalksandsteinindustrie ist der Maßstab allerdings nicht die rechnerische Summe der Entlastungen. Entscheidend ist, was davon im betrieblichen Alltag tatsächlich ankommt.
Unsere Branche ist überwiegend mittelständisch und vor allem regional geprägt. Die Unternehmen produzieren in unmittelbarer Nähe der Gewinnungsstätten, sichern Beschäftigung und müssen ihre Anlagen kontinuierlich modernisieren. Gerade in der derzeit schwierigen Marktlage wird jede Investition genau geprüft.
Zusätzliche Nachweise, mehrfach abgefragte Daten, unterschiedliche Anforderungen und Verfahren ohne verlässliche Fristen erschweren solche Entscheidungen. Sie binden Zeit und Personal, ohne die Produktion sicherer oder die Investition besser zu machen.
Wer von der Industrie Investitionen in moderne Anlagen, Energieeffizienz und eine zukunftsfähige Energieversorgung erwartet, muss auch dafür sorgen, dass diese Investitionen planbar und umsetzbar sind.
Dazu gehören aus unserer Sicht:
– klare und möglichst einheitliche Anforderungen
– digitale Verfahren ohne parallele Papierwege
– verbindliche Bearbeitungsfristen
– eindeutige Zuständigkeiten
– und der Grundsatz, dass bereits vorliegende Daten nicht erneut abgefragt werden
Die konkreten Beschlüsse des zweiten Entlastungskabinetts vom 15. Juli 2026
Bürokratieabbau muss deshalb stärker aus Unternehmenssicht gedacht werden. Nicht die Zahl gestrichener Vorschriften entscheidet, sondern die spürbare Entlastung bei Planung, Genehmigung und Modernisierung.
Das zweite Entlastungskabinett kann ein weiterer Schritt sein. Jetzt kommt es darauf an, die industrielle Praxis konsequenter in den Mittelpunkt zu stellen.
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