Serielles und industrielles Bauen kann Planungs- und Bauzeiten verkürzen und Kostenrisiken reduzieren.
So beschreibt die Bundesregierung selbst die Potenziale dieser Bauweisen in ihrer aktuellen Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion.
Das ist keine neue Erkenntnis. Entscheidend ist, ob die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen diese Vorteile in der Praxis auch zulassen.
Standardisierung funktioniert nur, wenn Wiederholung möglich ist. Wenn etablierte Systeme bei jedem Projekt durch neue Sonderanforderungen oder zusätzliche Nachweise verändert werden, geht ein signifikanter Teil ihres wirtschaftlichen Vorteils verloren.
Gerade im Wohnungsbau liegt hier viel Potenzial. Bauwirtschaft und Baustoffindustrie verfügen längst über Systeme und Produktionsprozesse, mit denen rationell und wiederholbar gebaut werden kann. So hat die Kalksandsteinindustrie unterschiedliche Verfahren entwickelt, um modularen Systembau effizient und wirtschaftlich möglich zu machen.
Wer industriell bauen will, muss Wiederholung zulassen. Klare Standards und einfachere Verfahren senken Kosten!
Wenn Baukostensenkung politisch ernst gemeint ist, sollte deshalb auch geprüft werden, wo Regeln und Verfahren unnötige Komplexität erzeugen. Denn jeder zusätzliche Aufwand kann am Ende dazu führen, dass genau die Kostenvorteile wieder verloren gehen, die industrielles und serielles Bauen eigentlich ermöglichen sollen.
Veranstaltungs-Newsletter
Weitere News zu diesem Thema
- Wiederholbarkeit ist ein Produktivitätsfaktor!
- Der Bürokratieabbau muss in den Werken ankommen.
- Bürokratiekosten machen einen substanziellen Teil der Baukosten aus.
- Für einen neuen Aufbruch im Wohnungsbau
- Wir brauchen mehr als 370.000 neue Wohnungen. Jedes Jahr!
